Eine Antwort auf diese Frage finden Sie in der Geschichte unseres wissenschaftlich begründeten Finanzierungsmodells und seiner Varianten.

Henning Jonas, INITIATIVE GRUNDEINKOMMEN ULM (IGU)

 

Prof. Dr. Helmut Pelzers erste Idee zur Finanzierung des Grundeinkommens war ursprünglich - d.h. Mitte der 90er Jahre – die gleiche, die heute von dem Kreisverband Rhein-Erft der SPD (siehe unten) vertreten wird:

Nehmen wir das gesamte Einkommen, welches die Bürger in Deutschland erzielen (also z.B. auch das aus Kapitaleinkünften), und geben davon die Hälfte ab, so wäre ein Grundeinkommen von 800 € für jeden Bürger finanziert.

 

Dieser hohe Abgabesatz auf das Einkommen zur Finanzierung des Grundeinkommens schien Helmut Pelzer jedoch nicht mehrheitsfähig. Er würde abschreckend wirken und damit die ganze Idee gefährden.

 

So kam er, angeregt von den Ideen des US-Ökonomen Milton Friedman (negative Einkommenssteuer) zusammen mit Frau Dr. Ute Fischer (Uni Dortmund) auf die Idee, den Abgabesatz von z.B. 50% auf das Einkommen nur bis zu der Höhe zu erheben, bis zu der das Grundeinkommen zurückgezahlt ist (bei einem BGE von 800 € wären das 1600 €).

Für jeden Euro – damals für jede Mark – der/die darüber hinaus verdient wird, müsste ein anderer, natürlich geringerer Abgabesatz gelten. Doch wie ermittelt man den?

 

Dazu entwickelte Pelzer eine wirtschaftsmathematische Formel, in der alle dazu relevanten volkswirtschaftlichen Größen mit Buchstaben bezeichnet und miteinander in Beziehung gesetzt werden (Algorithmus). Die Grenze, ab der ein Einkommensbezieher das GE zurückbezahlt hat, und ab der er für alles darüber hinausgehende Einkommen eine errechnete niedrigere Abgabe zahlt, nannten Pelzer/Fischer die Transfergrenze und das Rechenmodell das Transfergrenzenmodell (TGM).

 

Die Formel wurde beispielhaft an den vom Statistischen Bundesamt zur Verfügung gestellten volkswirtschaftlichen Daten aus dem Jahre 2003 angewandt. Dabei zeigte sich, dass, je nach Höhe der Variablen, eine Abgabe von unter 10% auf das Einkommen oberhalb der Transfergrenze ausgereicht hätte, um damals das GE finanzieren zu können! Damit war die Tauglichkeit des Transfergrenzenmodells nachgewiesen.

 

Pelzer fordert stets dazu auf, das TGM zu überprüfen und nachzurechnen. Ein Mitglied der IGU (Jörg Wagner) machte sich diese Mühe (Sie vielleicht demnächst auch?), und kam auf eine Verbesserungsmöglichkeit. Dazu, und weiteres zum anschaulichen Berechnungsmodus des TGM: www.bge-alb-donau.de , Schaltfläche ("button") BGE - Finanzierung.

 

Hinweis: In seinem Buch Das bedingungslose Grundeinkommen, Lucius - Verlag ISBN 978-3-8282-0530-7 aus dem Jahre 2010 hat Helmut Pelzer die Finanzierung und Realisierung nach dem mathematisch fundierten Transfergrenzenmodell zusammengefasst.

 

Prof. Pelzer und Frau Dr. Ute Fischer stellen im folgenden das Transfergrenzenmodell (TGM) in einer Kurzfassung vor.

Danach können Sie sich mit dem Finanzierungsmodell des Kreisverbandes Rhein-Erft der SPD vertraut machen, das der ursprünglichen Pelzerschen Idee entstammt.

Der ehem. Ministerpräsident von Thüringen, Dieter Althaus, machte sich den dem TGM zugrunde liegenden Gedanken zu eigen und entwickelte daraus sein eigenes Konzept, das er "Solidarisches Bürgergeld" nennt. 

Bitte klicken Sie dazu die jeweilige Schaltfläche ("button").

 

Schlussbemerkung:

Den Mitgliedern der IGU kommt es darauf, den Einwand zu entkräften, das BGE sei nicht finanzierbar. Dazu meinen wir, mit dem TGM nach Pelzer/Fischer einen wissenschaftlich begründeten Beitrag für die politische Diskussion geliefert zu haben.

Aber auch die o.a. angeführten und davon abweichenden Modelle sind schlüssig. Deswegen kann nur eine öffentliche Diskussion über die jeweiligen Vor- und Nachteile darüber entscheiden, welches schließlich den größten Nutzen für die Gemeinschaft bringt. Dazu wollen wir anregen.