Historie der INITIATIVE GRUNDEINKOMMEN ULM (IGU)

      Gisela Glück-Gross, Henning Jonas, beide IGU

 

In der Herbstakademie 1996 des Zentrums für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZAWiW) der Universität Ulm veranstaltet Prof. Dr. Helmut Pelzer eine Vortragsreihe über die Idee eines garantierten Grundeinkommens für alle, das in jener Zeit Bürgergeld hieß. Die Vorträge fanden bei den Zuhörern ein so großes Interesse, dass der Wunsch nach einem weiterführenden Seminar mit diesem Thema laut wurde. Beginnend mit 6 – 8 Teilnehmern, wuchs die Zahl rasch auf 10 – 15 Menschen an, die aus verschiedenen Berufen - unter Einbringung ihrer durchweg großen Lebenserfahrungen und Kompetenzen - dieses sozial-ökonomische Thema in allen seinen Facetten zu durchleuchten begannen. Dabei kam es Prof. Pelzer stets darauf an, möglichst wissenschaftlich vorzugehen. Vom Erfolg dieser Bemühungen zeugen heute mehr als 15 wissenschaftliche Publikationen aus dem nun seit 12 Jahren bestehenden Arbeitskreis zu den Themen wie

 

  • Entwicklung mit Anwendungsbeispielen des von Prof. Dr. Pelzer gefundenen Algorithmus (Buchstabenformel), der es erlaubt, unterschiedlich hohe Beträge eines Grundeinkommens in Beziehung zu den sich daraus ergebenden Steuern und Abgaben zu setzen, und deren Darstellung in einer Excel – Tabelle;

 

  • wirtschaftsmathematische Erprobung des „Ulmer Modells eines Bürgergeldes“ am Beispiel der Daten des Sozialamtes der Stadt Ulm im Jahre 2000;

 

  • Entwicklung des „Transfergrenzenmodells“ zur Finanzierung des „Bedingungslosen Grundeinkommens“ (BGE) im Jahre 2003 durch Prof. Dr. Pelzer und Frau Dr. Ute Fischer, Volkswirtschaftlerin und Soziologin an der Universität Dortmund, und zur

 

  • Gegenüberstellung von Einkommen verschiedener Höhe, berechnet einerseits nach traditionellem Verfahren und andererseits nach dem Transfergrenzenmodell des BGE (Steuerberater E. Gross u. P. Scharl).

 

      Nachdem mehrere AK-Mitglieder am Wiener Kongress Grundeinkommen – In Freiheit tätig sein im Herbst 2005

      teilgenommen hatten, wurde schnell klar, dass die Vision des BGE nur wachsen kann, wenn möglichst viele

      Menschen an dieser Idee mitdenken. Der Arbeitskreis öffnete sich nun verstärkt nach außen, indem zusätzliche

      monatlich wiederkehrende Termine eingerichtet wurden: Jour fixe (=Gesprächsrunde mit Mitgliedern der

      Initiative für Menschen mit allgemeinem Interesse am BGE) und ein monatlich wiederkehrender            

      themenbezogener  Arbeitskreis für Bürger, die tiefer in das Thema eindringen wollen.                     

      Zu unserer Öffentlichkeitsarbeit gehört auch die Organisation von Vortragsveranstaltungen zum BGE (z.B. mit   

      dem Unternehmer Götz Werner im Stadthaus Ulm, Dr. Sascha Liebermann, etc.) in Zusammenarbeit mit

      anderen Institutionen und Interessengruppen.

 

      Im März 07 wurde, wegen Pelzers gesundheitlich bedingten Rückzugs aus der Leitung, der Arbeitskreis zur  

      eigenständigen Initiative und gab sich den Namen INITIATIVE GRUNDEINKOMMEN ULM (IGU).        

      Wir sind mit einem e-mail-Verteiler in ein großes informelles Netzwerk im Ulmer Raum eingebunden, das auch  

      angrenzende Gebiete, wie z.B. Weltfinanzsystem, nachhaltige Geldanlagen, Zinswirtschaft, Bodenreform,  

      Tauschringe, Mehrgenerationenhäuser, Ideentage, Zukunftswerkstatt etc. einschließt.